Vom Gästehaus der Bundesregierung ins Kurhaus…

Danke, Frau Goetz für drei Jahrzehnte Engagement!

Drei Jahrzehnte voller Veränderungen, Herausforderungen und ganz viel Herzblut – das ist die Story von Gisela Goetz im Kurhaus am Park. Doch ihr Weg begann ganz woanders: in der gehobenen Gastronomie des Gästehauses der Bundesregierung. Nach ihrer Ausbildung zur Restaurantfachfrau und einigen Jahren in Düsseldorf zog es sie zurück in die Heimat. Und dort sollte sie eine beeindruckende Karriere hinlegen.

Von Anfang an mittendrin!
1995 trat Gisela Goetz ihre Stelle als stellvertretende Hauswirtschaftsleitung an – zumindest auf dem Papier. Doch als sie in der Hauswirtschaft im Kurhaus startete, war sie direkt die Chefin und meisterte den Neubezug des umgebauten Haus III mit Bravour. Und es ging direkt weiter: Noch im selben Jahr stand der Umzug der Großküche von Haus I nach Haus III an. Wer das gemanagt hat? Frau Goetz!

Ein paar Jahre später kam dann eine große Umstellung: Das Veranstaltungsrestaurant im Kurhaus wurde 1998 aufgegeben. Stattdessen übernahm Familie Brähmer das nahegelegene Kurhäuschen, und auch hier war Frau Goetz wieder gefragt: Sie sorgte für Speisen, Getränke und professionellen Service.
Neben ihrer täglichen Arbeit setzte sie auf Weiterbildung: 2000 wurde sie offiziell Hauswirtschafterin, von 2001 bis 2004 drückte sie nochmal die Schulbank und machte ihren Meister. Und das alles neben einem Vollzeitjob! Seit 2004 engagiert sie sich zusätzlich im Meister- und Gesellenprüfungsausschuss sowie im Berufsbildungsausschuss NRW. 2010 kam im Kurhaus die hauswirtschaftliche Präsenz dazu, 2011 die Betreuung des „Wohnen am Kurhaus“.

Vita Gisela Goetz

Ausbildung:

Restaurantfachfrau im Gästehaus der Bundesregierung

Berufliche Stationen:

- 3 Jahre Tätigkeit in Düsseldorf
- Ab 1995 Leitung der Hauswirtschaft im Kurhaus
- Organisation des Neubezugs von Haus III und Umzug der Großküche aus Haus I
- Betreuung des Kurhäuschens nach Schließung des Veranstaltungsrestaurants im Kurhaus (1998)

Aus- und Weiterbildung:

- 2001: Abschluss zur Hauswirtschafterin
- 2001–2004: Meisterschule/Hauswirtschafterin, berufsbegleitend

Engagement:

- Seit 2004: Mitglied im Meister- und Gesellenprüfungsausschuss sowie Berufsbildungsausschuss NRW (Hauswirtschaft)
- 2010: Erweiterung des hauswirtschaftlichen Bereichs um Hauswirtschaftliche Präsenz
- 2011: Übernahme des Servicebereichs für das Wohnen am Kurhaus

Drei Meilensteine in 30 Jahren Kurhaus? Eine Antwort von Gisela Goetz.

1. Gastronomie

Als Gisela Goetz startete, gab es noch ein Veranstaltungsrestaurant im Kurhaus. Hochzeiten, Familienfeiern, Events… Service und Catering wurden vom Kurhaus-Team gestemmt, Regie auch hier: Gisela Goetz. Sie erinnert sich noch gut an ihre erste Hochzeitsfeier: Ein bekanntes Paar gab sich das Ja-Wort, war begeistert vom Service und hinterließ ein großzügiges Trinkgeld. Doch irgendwann wurde der Aufwand zu groß, und das Restaurant wurde verpachtet.
Aber das war nicht das Ende: Mit dem Kurhäuschen kam eine neue Herausforderung. Dort gab es fünf Jahre lang eine kleine, aber feine Speisekarte und einen Biergarten – und wieder war Gisela Goetz mit ihrem Team gefragt.
Auch das Kurhausstübchen im Haus war damals noch eine Institution: Früher gab es dort frisch gezapftes Kölsch, kleine Gerichte und lange Öffnungszeiten. Ein beliebter Treffpunkt für Nachbarschaft und Bewohner.

2. Hauswirtschaftliche Präsenz
2010 setzte sich Frau Goetz für eine Veränderung ein: In den Wohnküchen sollten sogenannte Präsenzkräfte die Bewohner noch besser unterstützen. Inspiriert durch andere Einrichtungen, die sie während ihrer Arbeit im Meisterprüfungsausschuss kennenlernte, führte sie im Kurhaus die „Hauswirtschaftliche Präsenz“ ein. Präsenzkräfte übernahmen die Frühstücks- und Abendbrotzubereitung, die Essensausgabe und die Pflege der Küchen. Eine Win-Win-Situation für alle! Im Verlauf der Pandemie konnte das System leider nicht mehr gehalten werden, sodass das Modell 2021 – nach rund 11 Jahren – eingestellt werden musste. Nach internen Umstrukturierungen liegen diese Aufgaben nun wieder im Bereich der Pflege.

3. Der Wandel der Generationen
30 Jahre im Kurhaus – das bedeutet nicht nur viele Um- und Neubauten, sondern auch jede Menge Veränderungen im Team und bei den Bewohnern. Früher waren die Menschen, die ins Kurhaus kamen, oft noch sehr aktiv, heute bleiben viele länger in ihrem Zuhause. Auch die Einstellung zur Arbeit hat sich verändert: Wo früher Überstunden und Vollzeit die Norm waren, sind heute Work-Life-Balance und flexible Modelle wichtiger.
Eine Herausforderung, die Gisela Goetz besonders trifft: der Nachwuchsmangel in der Hauswirtschaft. Die Ausbildung zur Hauswirtschafterin konnte in den letzten Jahren nicht mehr besetzt werden – einfach, weil die Interessenten fehlen. Das zwingt zu kreativen Lösungen: Ihr Team arbeitet heute flexibler denn je. Servicemitarbeiter helfen an der Rezeption, Reinigungskräfte übernehmen Serviceaufgaben – und so sorgt die Hauswirtschaft mit Teamgeist und Verantwortung dafür, dass der Alltag im Kurhaus gut organisiert ist.

Viel Einsatz, viel Herz

Vom Gästehaus der Bundesregierung bis ins Kurhaus: Gisela Goetz hat in drei Jahrzehnten einiges erlebt. Was bleibt? Ihr Engagement, ihr Blick für Veränderungen und ihr engagierter Einsatz für Bewohner und Mitarbeiter. Ganz ehrlich: Ohne Menschen wie sie wäre das Kurhaus nicht das, was es heute ist! Wir gratulieren herzlich zum Dreißigsten, liebe Frau Goetz!