Programmplanung im Kurhaus...

Eine Pflegerin mir verbundenen Augen.

Spiele-Ideen von Bewohnern und Bewohnerinnen umsetzen...

Ein gleichmäßiger und wiederkehrender Tagesablauf ist besonders für an Demenz erkrankte Bewohner*innen zur Alltagsbewältigung unverzichtbar. So sind auch im Kurhaus die Tage unterteilt in die Phasen: 

•  Aufwachen und Frühstücken 

• Beschäftigungsangebote nach dem Frühstück

• Mittagessen und Mittagsruhe

• Beschäftigungsmöglichkeiten am Nachmittag

• Abendessen und Angebote nach dem Abendessen


Zahlreiche – oft saisonal geprägte - Projekte wie zum Beispiel „Urlaub ohne Koffer“, Bewegungsangebote wie „Fit bis 100“, Veranstaltungen, gemeinsame Ausflüge, Konzerte und Ausstellungen sind ebenfalls Programmpunkte an denen unsere Bewohner*innen je nach Lust und Konstitution teilnehmen können. Ideen und Wünsche von Bewohner*innen greifen wir natürlich auch gerne auf - so auch die Idee einer Bewohnerin ein ganz bestimmtes Spiel zu spielen.

„Heute spielen wir endlich mein Spiel mit den Joghurtbechern!“

Das Projekt „Urlaub ohne Koffer“ bot die perfekte Gelegenheit dazu. Verabredet war, gemeinsam ein Glas Bowle zu trinken. Etwa sechs Bewohnerinnen versammelten sich im Park, ein Servierwagen mit Getränken stand bereit, Frau Sehmisch von der Wohngruppe Michaelsberg hatte die „Requisiten“ – ein Tuch und verschiedene Joghurtbecher organisiert und erklärte die Spielregeln. 

Eine Mitarbeiterin des Kurhauses spielt mit Bewohnern des Kurhaus ein Spiel im Park
Auch das gehört zum Job als Pflegekraft: ein Spiel mit Bewohnern, diesmal auf Wunsch einer Bewohnerin

Das Besondere: Die „Hauptakteure“ dieses Spiels sollten ausschließlich Mitarbeiter*innen sein.

Auf einem festgelegten Wegstück wurden in kurzer Distanz Joghurtbecher verteilt. Ziel des Spiels war es mit verbundenen Augen über die Joghurtbecher zu steigen, diese natürlich nicht umzutreten und unter Berücksichtigung der Anweisungen aus der Gruppe möglichst fehlerfrei das Ende des Parcours zu erreichen.

Die erste Kurhaus-Mitarbeiterin steht also mit verbundenen Augen und Corona-Gesichtsmaske auf dem Parcours. Die darauf verteilten Joghurtbecher darf sie sich noch kurz einprägen. Dann werden die Augen verbunden und die Pflegerin tritt ihre „dunkle Reise“ an...

Aus der Gruppe kommen die ersten Anweisungen: Achtung, Bein höher – jetzt vorsichtig absetzen! Mehr nach rechts ... Und jetzt Vorsicht... Nicht zu schnell ...

Die Pflegerin hebt das Bein.  Langsam – wie ein Storch auf Beutesuche - schreitet sie bedächtig und mit staksigen Schritten den Parcours entlang – jetzt keinen Fehler machen – Hindernissen ausweichen und genau auf die Anweisungen der Gruppe hören...

Was die Mitspielerin mit den verbundenen Augen nicht weiß... Kurz nachdem ihr die Augen verbunden wurden, wurden auch gleichzeitig alle „Hindernisse“ aus dem Weg geräumt – Die eingesammelten Joghurtbecher noch in der Hand haltend, dirigieren Bewohner wie Kollegen die Mitspielerin durch die vermeintliche Hindernisstrecke. Ein Hindernislauf ohne Hindernisse also – ziemlich lustig zum Beobachten – aber auch lustig im Nachhinein für diejenige, die wie ein Storch den Parcours abschreitet!

Und gleichzeitig ein schönes Beispiel dafür, dass es sehr amüsant sein kann – Spielideen, die von Bewohner*innen kommen – umzusetzen.

Keine Frage, dass nach einigen Minuten, eine neu hinzukommende Pflegerin die nächste war, der die Augen verbunden wurden und die ... siehe oben ;-)