
Zuerst war da Valentinas Ausbildung zur Pflegefachkraft. Im Kurhaus. Dann ein kleiner Ausflug in eine andere Einrichtung. Gefolgt von der Rückkehr ins Kurhaus. Dort der Job als Wohngruppenleitung. Jetzt die Weiterbildung zur Wohngruppenleitung. Das bedeutet
- 480 Unterrichtsstunden gegliedert in 12 Blöcke
- 100 Stunden im Selbststudium
- 120 Fahrten nach Bonn zum Träger der Weiterbildung
- 1 Projektarbeit.
Valentina hat in ihrer Projektarbeit ein Verfahren für Personalausfälle entwickelt, dass aktuell durch den Einsatz in der Praxis etabliert und angepasst wird. Und sie hat in dem Jahr der Weiterbildung gelernt wie eine echte (Pflege-)Managerin zu denken und zu handeln.
„Managementkompetenzen“ nehmen auf dem Stundenplan der Bonner Weiterbildungseinrichtung nämlich einen großen Raum ein. Dazu zählen z.B. Mitarbeiterführung, Personalentwicklung, Qualitätskontrolle, die bewohnerorientierte Pflegeplanung und die Dienstplanung.
Jeder der in einer Pflegeeinrichtung arbeitet, weiß kaum ein Thema prägt die Arbeit von Wohngruppenleitungen aktuell stärker als der Personalmangel. Personalplanung ist also eine wichtige Aufgabe in Valentinas Job: Wie gehe ich mit kurzfristigen Ausfällen um? Was tun bei Überbelastung (Überforderung)? Wie sichere ich die Zufriedenheit von Mitarbeitenden und Bewohnern? Wie sorge ich für Transparenz? Welche Aufgaben haben jetzt Priorität? Kann die Dokumentation warten? Wer kann was übernehmen? Wie sehen die nächsten Tage im Dienstplan aus?
Eine Wohngruppenleitung ist auch gefragt, wenn es um Methodik der Betreuung und die Anleitung von Praktikanten und neuen Mitarbeitern geht. In dem Job wird viel kommuniziert. Die Bandbreite ist groß – das geht von A wie Arbeitsanweisung bis Z wie Zufriedenheit im Team.
Kommunikation? Kann man lernen
Eine Wohngruppenleitung (WGL) ist die Kollegin, die Arbeitsanweisungen erteilt und vernetzt. Der Kommunikations- und Abstimmungsbedarf ist nicht nur bei spontanen Ausfällen groß.
Für Wohngruppenleitungen ist die sogenannte „Konfliktbereitschaft“ also eine wichtige Fähigkeit. Dabei ist es wichtig, keine Angst vor Eskalation zu haben. Effektive Problemlösungsfähigkeiten sind einfach unerlässlich, auch um ein positives Arbeitsklima im Team zu schaffen.
Vieles davon lässt sich trainieren. Deshalb stehen psychosoziale und kommunikative Kompetenzen ebenfalls auf dem Stundenplan der Weiterbildung. Angehende WGLs beschäftigen sich in ihrer Weiterbildung z.B. mit den Aspekten Konfliktlösung, Gesprächsführung mit Angehörigen und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Und was ist mit der ganz normalen Pflege?
Selbstverständlich stehen auch explizit Fachwissen zu Demenz, psychischen und körperlichen Erkrankungen im Alter, „Biografisches Arbeiten“ sowie „Ethische Grundlagen“ auf dem Lehrplan.
WGLs haben neben ihren administrative Aufgaben immer auch die Qualität der Pflege und damit das Wohl der Bewohner im Blick.
Fast vergessen… Die Themen „Heim- und Betreuungsrecht“ und „Arbeitsrecht“. Auch in rechtlichen Grundlagen werden Wohngruppenleitungen geschult.
Schaut man sich Inhalt und Umfang der Weiterbildung an, bekommt man schnell den Eindruck: Ganz schön viel! Wie schafft man das? In Valentinas Fall mit einer guten Portion sozialer Kompetenz, Organisationstalent und Zielstrebigkeit.
Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Weiterbildung!


