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5 FRAGEN AN COMFORT KREMSER

Wie fühlt man sich als Mutter von zwei Kindern nach drei Jahren Ausbildung?

Als Mutter von zwei kleinen Kindern und als Ausländerin war mein Weg nicht einfach. Die Kinderbetreuung haben wir als Familie gut organisiert. In Deutschland musste ich vieles von Grund auf neu lernen. Die größte Herausforderung während meiner dreijährigen Ausbildung war die Sprache. Sowohl im Unterricht als auch im Alltag fiel es mir anfangs schwer, mich sicher und selbstbewusst auszudrücken.
Leider wurde ich auch mit Vorurteilen und Mobbing konfrontiert.

Mobbing, eine neue Sprache, Vorurteile… Was hat Ihnen bei diesen Herausforderungen geholfen?

Ich bin tatsächlich dankbar für die Unterstützung meiner Dozenten. Deren Unterstützung hat mich motiviert und ermutigt, nicht aufzugeben.
Um meine Sprachkenntnisse zu verbessern, habe ich intensiv das Sprechen, Lesen und Schreiben geübt - immer mit Bezug zur Pflegepraxis. Dazu gehörten beispielsweise strukturierte Übergaben sowie das Erstellen von Pflegeplänen.
Es gab Momente, in denen ich an meine Grenzen kam, doch mit Unterstützung und viel Durchhaltevermögen habe ich diese Herausforderungen gemeistert.

Ihre Kindheit und Jugend haben Sie in Nigeria verbracht. Was läuft hier in der Pflege anders als in Ihrer Heimat?

In meinem Heimatland ist es üblich, Angehörige zu Hause zu pflegen.
Besonders schwer war es für meine Mutter, da mein Vater krank war und sie kaum Unterstützung hatte. Diese Erfahrung hat mich geprägt und war ein wichtiger Grund dafür, dass ich mich für den Pflegeberuf entschieden habe: Ich wollte etwas zurückgeben und Menschen die Hilfe bieten, die meiner eigenen Familie gefehlt hat.

Wie beurteilen Sie den Pflegeberuf und wo arbeiten Sie heute?

Heute arbeite ich als examinierte Pflegefachfrau in der stationären Langzeitpflege.
Die Pflege ist ein anspruchsvoller Beruf, der viel Verantwortung, Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert. Gleichzeitig bietet er die Möglichkeit, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln und täglich einen wichtigen Beitrag für andere Menschen zu leisten. Gerade diese Vielfalt und Sinnhaftigkeit machen den Beruf für mich besonders wertvoll. Ich bin überzeugt, dass die Pflege ein sinnvoller und erfüllender Beruf für jeden ist, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und mit Mitgefühl zu arbeiten.

Was können Sie jungen Menschen, die überlegen eine Ausbildung zur Pflegefachkraft zu starten, auf ihrem Weg mitgeben?

An alle jungen Menschen: Ihr könnt jeden Tag etwas bewirken, indem ihr anderen Unterstützung, Würde und Mitgefühl schenkt.
Es ist herausfordernd, aber es stärkt euch und lässt euch wachsen nicht nur beruflich, sondern auch persönlich. Wenn ihr etwas tun wollt, das wirklich zählt, denkt über Pflege nach. Jemand braucht euch. Pflege ist mehr als ein Job, sie ist eine Berufung. 

 

Vielen Dank, Frau Kremser! Wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal herzlich zur bestandenen Ausbildung in diesem Jahr und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute!

Generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft

Gut zu wissen…

- Seit 2020 gibt es die sogenannte generalistische Pflegeausbildung.
- Das Kurhaus am Park setzt seit Oktober 2020 aktiv auf die generalistische Pflegeausbildung.
- Die vorher getrennten Ausbildungen in Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Kinderkrankenpflege wurden 2020 zu einem einheitlichen Berufsbild („Pflegefachfrau/Pflegefachmann“) zusammengeführt.
- ​​​​​​​Mehr Flexibiltät im Beruf: Diese generalistische Ausbildung befähigt dazu, Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen (z.B. Krankenhaus, Pflegeheim, ambulante Pflege) zu versorgen.​​​​​​​
- Intensive Betreuung: Gabi Visse ist Ansprechpartnerin für die Azubis. Gabi führt „geplante Anleitungen“ durch, reflektiert die pflegerische Entwicklung in Vier-Augen-Gesprächen und begleitet die Azubis bis zur Prüfung.